Sehenswürdigkeiten der Stadt Wilhelmshaven

Museen und Ausstellungen

Deutsches Marinemuseum am Südstrand

Wilhelmshaven besitzt einige sehenswerte Museen und Ausstellungen. Mit jährlich 100.000 Besuchern ist das 1998 eröffnete Deutsche Marinemuseum am Südstrand der größte Publikumsmagnet. Es sammelt und bewahrt Exponate zur Geschichte aller deutschen Marinen seit 1848. Das Museum befindet sich im Gebäude der ehemaligen „Scheibenhofwerkstatt“, einem unter Denkmalschutz stehenden Rest des um 1888 erbauten Torpedohofes der Kaiserlichen Werft. Daran angeschlossen ist ein etwa 3000 m² großes Freigelände mit Liegeplätzen direkt am Verbindungshafen. Dort sind unter anderem das Minenjagdboot der Lindau-Klasse „Weilheim“, der Lenkwaffenzerstörer „Mölders“ und das U-Boot der Klasse-205 „U-10“ zu besichtigen.

Gegenüber dem Marinemuseum befindet sich das Wattenmeerhaus, das Hauptbildungs- und Informationszentrum für den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Mit seiner Ausstellung bringt es seinen Besuchern den ökologisch besonders wertvollen Lebensraum Wattenmeer näher. Zur Unterstützung der Schutzziele des Nationalparks und zur Förderung des Natur- und Umweltbewusstseins werden die unterschiedlichen Themenbereiche Vögel, Watt, Salzwiesen, Fischerei, Gefahren im Watt sowie Sturm anschaulich aufbereitet und spielerisch vermittelt. Von der Panoramaterrasse des Wattenmeerhauses bietet sich ein Rundblick über die inneren Hafengebiete von Wilhelmshaven und den Jadebusen.

Direkt neben dem ehmelagigen OCEANIS befindet sich das Küstenmuseum Wilhelmshaven. Es vermittelt mit seiner unkonventionell gestalteten Ausstellung eine breite Themenvielfalt zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Küstenraumes sowie der Stadtgeschichte von Wilhelmshaven. Mittelpunkt der Ausstellung sind die „Wal.Welten“, eine Sonderausstellung, in der das 14 Meter lange Skelett sowie die plastinierten Organe eines echten Pottwals zu sehen sind. Der 1994 vor der Insel Baltrum gestrandete Pottwal wog 39 Tonnen. Entsprechend groß sind die gezeigten Organteile.

Theater und Kleinkunst 

Stadttheather WilhelmshavenDas Theaterleben der Stadt begann sich bereits während der Bauzeit des ersten Hafens zu entfalten. Ab 1864 sind Aufführungen verschiedener privater Theatergesellschaften, unter teilweise primitiven Verhältnissen, belegt.1874 wurde der sogenannte „Kaisersaal“ der Gaststätte „Berliner Hof“ in der Manteuffelstraße eröffnet und regelmäßig bespielt. Häufig standen dort und in weiteren Lokalitäten auch Gastspiele anderer Theater, unter anderem aus Bremen, Hamburg, Marburg, Kassel und Berlin, auf dem Programm. Gegen Ende des Jahrhunderts begann das Hotel „Burg Hohenzollern“, in dem bis 2009 das Kaufhaus Hertie untergebracht war, dem „Berliner Hof“ den Rang abzulaufen. Hier wurden von ständig wechselnden Gastspielensembles auch Opern und Operetten gespielt.

1989 wurde als Abteilung der Landesbühne Niedersachsen Nord das Junge Theater gegründet. Das Theater verfügt über einen eigenen Stab und bezeichnet sich heute als das älteste und größte Kinder- und Jugendtheater in Niedersachsen. Die Aufführungen des Jungen Theaters finden in der Spielstätte Rheinstraße 91 statt, das jährliche Weihnachtsmärchen jedoch im großen Haus des Stadttheaters. Seit 1995 gibt es das „Festival der Kleinkunst“ in Wilhelmshaven. Das Festival ist eine in den Monaten November und Dezember stattfindende Veranstaltungsreihe für Kabarett- und Kleinkunstliebhaber. Veranstaltungsort der rund ein Dutzend Veranstaltungen ist jedes Jahr das „Kulturzentrum Pumpwerk“. Höhe- und Schlusspunkt des Festivals ist die Verleihung des Kleinkunstpreises „Wilhelmshavener Knurrhahn“ an den jeweiligen Vorjahresgewinner.

Bildende Kunst

Kunsthalle Wilhelmshaven

Wilhelmshavens wichtigste Stätte für Bildende Kunst ist seit 1913 die Kunsthalle, die als Kaiser-Friedrich-Kunsthalle gegründet wurde. Die Gründung erfolgte auf Initiative des damaligen Chefs der Marinestation der Nordsee, Graf Baudissin, und sollte den Bewohnern der Stadt mit wechselnden Ausstellungen auch Bildende Kunst zugänglich machen. Diese Aufgabe erfüllt sie seit über 90 Jahren. 1968 zog die Kunsthalle von der Viktoriastraße in ein neues Gebäude am Adalbertplatz um. Das alte Haus war ein Opfer des Bombenkrieges geworden. Die Wilhelmshavener Architekten Harms und Sommerfeld verwirklichten einen sachlich nüchternen, an Bauhaus-Vorbilder angelehnten Bau, in dem seitdem eine große Vielfalt an Ausstellungen zu sehen war. Erster Leiter nach dem Kriege war Siegfried Pagel, die jetzige Leiterin ist Viola Weigel, die 2007 Daniel Spanke ablöste. 2006/07 war die Kunsthalle in ihrem Bestand durch politische Sparwünsche seitens der Stadtverwaltung bedroht, was abgewendet werden konnte.

Ein „Schaufenster für aktuelle regionale Kunst“ bietet die Künstlervereinigung Sezession Nordwest e. V. allen Kunstinteressierten in Wilhelmshaven und Umgebung. In der Virchowstraße, im kulturellen Umfeld von Stadttheater, Kunsthalle, Volkshochschule, Stadtbücherei und Ballettschule, befindet sich seit 2002 das kleine Ladenlokal mit den großen Schaufenstern, in dem im drei- bis vierwöchigen Wechsel zeitgenössische Kunst einheimischer und auswärtiger Künstler gezeigt wird.

Musik

Als Veranstaltungsorte für Musikkonzerte in Wilhelmshaven sind heute die Stadthalle im Jadezentrum, das Kulturzentrum Pumpwerk an der Deichstraße und der Musikclub KlingKlang in der Börsenstraße zu nennen. Die Stadthalle ist die größte Veranstaltungshalle in Wilhelmshaven und bietet Platz für Veranstaltungen bis etwa 1600 Zuschauer. Das Kulturzentrum Pumpwerk hat seinen Namen nach der früheren Verwendung als Pumpwerk für die Wilhelmshavener Stadtentwässerung erhalten. Das historische Industriegebäude wurden 1903 gebaut, Anfang der 1970er Jahre stillgelegt und 1975/1976 zum Kulturzentrum umgebaut. Das Kulturprogramm beinhaltet Musik aus den Sparten Rock, Pop, Jazz und Folklore.

Unter den regelmäßigen Veranstaltungsreihen ist die Open-Air-Livekonzertereihe Mittwochs am Pumpwerk hervorzuheben, die seit 2004 jedes Jahr rund 23.000 Zuschauer erreicht. Die eintrittsfreie Veranstaltung auf dem Vorplatz des Kulturzentrums Pumpwerk präsentiert von Mitte Mai bis Mitte September jeden Mittwoch Abend eine Liveband unterschiedlichster Stilrichtung. Außerdem veranstaltet das Pumpwerk seit 1998 jährlich ein A-cappella-Festival, bei dem sich schon die unterschiedlichsten A-cappella-Gruppen dem Wilhelmshavener Publikum vorgestellt haben.

Musikpavillon Wilhelmshaven

Ebenfalls von Mitte Mai bis Mitte September werden die Wilhelmshavener Kurkonzerte durchgeführt. Die Veranstaltungen finden jeden Sonntagvormittag im Musikpavillon, im Volksmund Musikmuschel genannt, des Kurparks statt. Den Kurkonzertauftakt am Muttertag bestreitet traditionell das Marinemusikkorps Nordsee, die darauffolgenden Konzerte werden von wechselnden Musikgruppen aus der Region getragen.

Die Landesbühne Niedersachsen Nord präsentiert in jeder ihrer Spielzeiten eine Reihe mit Sinfoniekonzerten. Zu den ungefähr monatlich stattfindenden Terminen spielen Sinfonieorchester aus dem In- und Ausland. Veranstaltungsort für die Sinfoniekonzerte ist die Stadthalle.

Die Kirchen der Stadt Wilhelmshaven unterhalten weitere regelmäßige musikalische Veranstaltungsreihen. Seit über 20 Jahren gibt es die Konzertreihe Alte Musik Sengwarden der St.-Georgs-Kirche im Wilhelmshavener Ortsteil Sengwarden. In dieser Reihe werden Künstler geehrt, die mit ihren Liedern und Texten bis heute die Kirche besonders prägen. Die Veranstaltungen finden jeweils in der St.-Georgs-Kirche statt. Die Kantorei der Kirchengemeinde Bant präsentiert alljährlich ihre Reihe Musik in der Banter Kirche. Innerhalb dieser Reihe treten in unregelmäßigen Abständen unterschiedliche Solisten, Orchester und Chöre direkt in der Banter Kirche auf. Weitere Kirchengemeinden runden das Angebot mit Einzelveranstaltungen zu besonderen Anlässen ab.

In Wilhelmshaven wird auch noch viel selbst gesungen. So sind über 20 Chöre unterschiedlichster Ausprägung wie zum Beispiel Shantychöre oder A-cappella-Chöre in Wilhelmshaven zu Hause. Ungefähr die Hälfte dieser Chöre ist im Sängerkreis Wilhelmshaven organisiert.

Fester kultureller Bestandteil der Jadestadt ist auch die seit 1999 stattfindende Jade-Jazz-Jam, eine vom Jazzclub Wilhelmshaven/Friesland e. V. organisierte Jazz-Veranstaltung. Eine Auswahl an Jazz-Gruppen gibt jedes Jahr am Pfingstsonntag einen Überblick über die Vielfalt der verschiedenen Jazzstile. Veranstaltungsort ist das Kulturzentrum Pumpwerk, bei gutem Wetter findet die Veranstaltung im dortigen Biergarten statt. Ein weiteres Projekt vom Jazzclub ist die Wilhelmshavener Big Band, eine klassische Big Band mit fünf Saxophonen, vier Trompeten, vier Posaunen und einer Rhythmusgruppe. Die seit 1995 bestehende WBB (ausgesprochen „Dabbel Ju Bi Bi“) ist die einzige Jazz Big Band der Region und besteht aus etwa 20 aktiven Musikern und Musikerinnen der Region. Das musikalische Programm der Jazz Big Band besteht sowohl aus klassischem Swing als auch aus neueren Nummern des Soul-Jazz, Rockjazz und des moderneren Big-Band-Sounds. Beim Jade-Jazz-Jam ist die Big Band immer eine fest gesetzte Größe.

Sehenswürdigkeiten und Bauwerke

Kaiser-Wilhelm-Brücke Wilhelmshaven

Ein bekanntes Wahrzeichen der Stadt ist die Kaiser-Wilhelm-Brücke. Diese größte Brücke Wilhelmshavens wurde 1905 bis 1907 nach Plänen von Ernst Troschel (1868–1915) von der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg für 1,6 Millionen Mark erbaut. Mit einer Hauptspannweite von 159 Metern und einer Höhe von neun Metern galt sie bei ihrer Errichtung als größte Drehbrücke Europas; bis heute ist sie das größte Bauwerk ihrer Art in Deutschland. Die Brücke ist nach Kaiser Wilhelm I. benannt und wurde am 29. August 1907 von dessen Enkel Wilhelm II. offiziell eingeweiht. Neben der Kaiser-Wilhelm-Brücke befindet sich die Südzentrale, ein vom Abriss bedrohtes historisches Kraftwerksgebäude. Sie wurde 1909 nach Plänen des Marinebaumeisters Fritz Riekert erbaut und diente zur Stromerzeugung für die Hafenanlagen und Werftwerkstätten.

Das Rathaus der Stadt Wilhelmshaven, gelegentlich auch „die Burg am Meer“ genannt, ist eines der weiteren Wahrzeichen der Stadt. Der markante Klinkerbau wurde 1927–1929 von Fritz Höger als Rathaus der Stadt Rüstringen erbaut. Mit der Vereinigung der preußischen Stadt Wilhelmshaven und der oldenburgischen Stadt Rüstringen zur neuen oldenburgischen Stadt Wilhelmshaven wurde das noch recht junge Verwaltungsgebäude zum Rathaus der neuen Stadt bestimmt. Im oberen Teil des 50 m hohen Turmes befindet sich ein stählerner Wasserbehälter, der auch heute noch ein wichtiger Teil der Wilhelmshavener Trinkwasserversorgung ist.

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz, gegenüber der Christus- und Garnisonkirche, ist eine private Stiftung des Kommerzienrates Wilhelm Oechelhäuser, der in Wilhelmshaven das Monopol hatte, die Stadt mit Gas und öffentlicher Beleuchtung zu versorgen. Das Denkmal wurde am 22. März 1896 feierlich enthüllt. 1942 wurde das Standbild, welches nach einem Modell von Robert Bärwald geschaffen wurde, zur Metallspende abgegeben und eingeschmolzen. Am 17. Juni 1969 (die Stadt feierte den 100. Jahrestag der Namensgebung) enthüllte Oberbürgermeister Johann Janßen am erhaltenen Sockel ein Flachrelief mit dem Bildnis des Kaisers. 1994 wurde auf dem Sockel ein neues, nach alten Vorlagen geschaffenes Standbild aufgestellt, das die Wilhelmshavener Kaufleute gestiftet hatten. Den Bronzeguss führte die Düsseldorfer Kunstgießerei von Raimund Kittl durch.

Das Museumsschiff „Norderney“ wurde 1907 als „Feuerschiff Weser“ gebaut. Zunächst vor Norderney eingesetzt, wurde es später in die Wesermündung verlegt und war dort bis 1981 im Einsatz. Neben dem „Feuerschiff Weser“ liegt der ehemalige Tonnenleger „Kapitän Meyer“. Beide Museumsschiffe haben ihren Liegeplatz am Bontekai unterhalb der Kaiser-Wilhelm-Brücke und können unentgeltlich besichtigt werden.

Der Wilhelmshavener Südstrand ist einer der wenigen nach Süden ausgerichteten Strände an der deutschen Nordseeküste. Er ist kein Sand-, sondern ein Rasenstrand mit gepflasterter Uferböschung, da er auch gleichzeitig als Deich dem Küstenschutz dient.

Auf dem Gebiet der Stadt liegen zwei historische Burgen. Die 1438 errichtete Häuptlingsburg Burg Kniphausen liegt am westlichen Stadtrand von Wilhelmshaven. Die Sibetsburg im gleichnamigen Ortsteil Siebethsburg ist die direkte Erinnerung an die Zeit der Vitalienbrüder. Die ursprünglich an der Maadebucht gelegene Burg liegt heute kilometerweit vom Meer entfernt.

Kopperhörner Mühle Wilhelmshaven

Es gibt weiterhin zwei historische Mühlen. Die Kopperhörner Mühle aus dem Jahr 1839 ist ein einstöckiger Galerieholländer mit Windrose. Sie ist seit 1996 eine Station der Friesischen Mühlenstraße. Die im ländlich geprägten Ortsteil Sengwarden gelegene Sengwarder Mühle ist ein einstöckiger reetgedeckter Galerieholländer mit Steert aus dem Jahr 1863. Beide Mühlen sind nach Restaurierungsmaßnahmen wieder völlig funktionsfähig.

Im Stadtgebiet befinden sich mehrere sehenswerte Kirchen, die alle wesentlich älter sind als die Stadt. Dabei handelt es sich um die Kirchen der ehemals selbstständigen Gemeinden Neuende, Heppens, Fedderwarden und Sengwarden. Die St.-Georg-Kirche in Sengwarden stammt in ihren ältesten Teilen aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhundert. Die St.-Stephanus-Kirche in Fedderwarden stammt ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert. Die evangelisch-lutherische St.-Jakobi-Kirche (Neuender Kirche) ist die älteste Kirche im Kernstadtgebiet. Sie wurde bereits im 14. Jahrhundert an der Kirchreihe erbaut. Aus dem 15. Jahrhundert stammt die evangelisch-lutherische Heppenser Kirche, die erstmals im Zusammenhang mit der Jahresangabe 1495 erwähnt wurde. Die evangelisch-lutherische Christus- und Garnisonkirche wurde als erste Kirche der Stadt Wilhelmshaven gebaut. Der Grundstein der Kirche wurde am 17. Juni 1869, dem Tag der Namensgebung der Stadt, im Beisein von König Wilhelm I. von Preußen gelegt. Das Bauwerk wurde von Friedrich Adler entworfen und Pfingsten 1872 unter dem Namen Elisabethkirche (nach Königin Elisabeth, der Witwe des verstorbenen Königs Friedrich Wilhelm IV.) eingeweiht. Das erste Geläut galt im März 1871 dem Frieden mit Frankreich. Bemerkenswert am Äußeren des neugotischen Backsteinbaus ist der Turm (55 m) über der Vierung (Kreuzung von Längs- und Querschiffen). Der westliche Teil des Längsschiffes hätte – so die ursprüngliche Option – bei Bedarf ohne großen Aufwand um ein bis zwei Jochfelder nach Westen verlängert werden können.

Parks und Grünanlagen

Wilhelmshaven warb lange Zeit mit dem Beinamen „Grüne Stadt am Meer“. Diese Werbeaussage aus der Vergangenheit hat ihre Gültigkeit bis heute wegen der zahlreichen Parks und Grünanlagen im Stadtgebiet behalten.

Rosarium Wilhelmshaven

Die größte zusammenhängende Grünanlage mitten im Stadtgebiet ist der Rüstringer Stadtpark, von den Wilhelmshavenern kurz Stadtpark genannt. Die 57 Hektar große Parkanlage wurde 1914 bis 1924 nach den Plänen des Hamburger Gartenarchitekten Leberecht Migge angelegt. Zentraler Bestandteil ist der 1,5 Kilometer lange Stadtparkkanal mit den jeweils an seinen Enden gelegenen großen Teichanlagen. An der östlich gelegenen Teichanlage befindet sich seit 1958 das „Bootshaus“ mit Gastronomie und einer Freiluftveranda. Im Nordteil des Parks befindet sich der Ehrenfriedhof. Er wurde als Begräbnisstätte der kaiserlichen Marinegarnison in den Jahren 1912 bis 1914 angelegt. Zahlreiche Mahn- und Ehrenmale erinnern an die gefallenen Marinesoldaten der Seeschlachten des Ersten Weltkriegs (Skagerrakschlacht) und des Zweiten Weltkriegs. In unmittelbarer Nähe des Stadtparks liegt das Rosarium, ein drei Hektar großer Themengarten mit exotischen Bäumen, Sträuchern und etwa 3000 Rosen aus über 500 Sorten.

Die zweitgrößte Grünanlage ist der 17 Hektar große Kurpark, der als erste öffentliche Grünanlage der Stadt von König Wilhelm I. anlässlich der Einweihungsfeierlichkeiten 1869 gestiftet wurde. Offiziell erst seit 1925 so bezeichnet, besitzt er zwei große Teiche mit Wasserfontänen. In dem 1968 errichteten Musikpavillon, im Volksmund „Musikmuschel“ genannt, werden von Mai bis September jeden Sonntagmorgen Kurkonzerte mit wechselnden Musikgruppen aufgeführt. Traditionell spielt zum Kurkonzert-Auftakt das Marinemusikkorps Nordsee. Im nordwestlichen Teil des Kurpark befindet sich seit 1929/1930 der Friesenbrunnen, ein artesischer Brunnen, der das Wasser ohne Technikunterstützung aus 231 Meter Tiefe fördert. Am Teich im nordöstlichen Teil des Kurparks befinden sich zwei vom Wilhelmshavener Bildhauer Kurt Rieger geschaffene Steinfiguren mit dem Namen „Hein und Grete“.

Neben der NordseePassage, einem 1997 eröffneten Einkaufszentrum, befindet sich der 5,5 Hektar große Friedrich-Wilhelm-Platz. Die zwischen der Markt- und Ebertstraße gelegene Grünanlage wurde ursprünglich Anfang der 1870er Jahre als Marktplatz angelegt und nach König Friedrich-Wilhelm IV. von Preußen benannt. Später wurde der Platz in eine Grünanlage umgewandelt. Im Süden, gegenüber der Christus- und Garnisonkirche, steht das 1994 zur 125-Jahr-Feier wiederhergestellte Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Mittig der Nordseite schließt sich die Adalbertstraße, die ehemalige Kurpromenade der Stadt, mit dem Prinz-Adalbert-Denkmal an. Kirche, Denkmäler und Kurpromenade bildeten die Kaiser-Achse.

Der Störtebeker Park ist ein familienfreundlicher Spiel-, Lern- und Freizeitpark. Die ungefähr zwei Hektar große Anlage hat sich dem Umweltschutzgedanken verschrieben und vermittelt das ganzheitliche und spielerische Erleben von Natur und Umwelt. Der Umweltschutzgedanke wird mit Hilfe von Schilfkläranlagen, Solaranlagen zur Erzeugung von Warmwasser und Strom, Regenwasserreservoir, Grasdächer und anderen Dingen demonstriert.

Botanischer Garten Wilhelmshaven

Der Botanische Garten der Stadt ist mit seiner Fläche von nur 8500 m² der kleinste Botanische Garten Deutschlands. Er entstand auf Initiative des Schulrektors Georg Harms auf dem Gelände der ehemaligen Grodenschule, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Auf Grundlage seiner Vorschläge genehmigte der Rat der Stadt 1947 einen Haupt-Schulgarten, der später zum Botanischen Garten umgestaltet wurde. Er vermittelt ein buntes Bild von etwa 2500 meist heimischen Pflanzenarten. 1972 erhielt der Garten ein 230 m² großes Tropenhaus mit der Unterteilung temperiertes Haus und Warmhaus. Hier wird eine Auswahl an Pflanzen aus den wärmeren Regionen der Erde (Mittelmeerraum, Tropen und Subtropen) gezeigt. 1980 entstand ein Kalthaus mit Seerosenbecken und Sukkulentensammlung.

Der 950 m² große Blindengarten des Blindenvereins Wilhelmshaven-Friesland befindet sich seit 1984 auf dem Gelände des Kleingärtnervereins Wilhelmshaven e. V. am Selloweg. Der Garten dient als Blindenbegegnungsstätte und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Blinden und sehr stark Sehbehinderten die Natur gefahrlos näher zu bringen. Wege mit Führungsbänder und Schilder in Blindenschrift ermöglichen die Orientierung im Garten und erlauben so den Blinden und Sehbehinderten einem selbstständigen Gang durch den Garten.

Weiterhin gibt es im Stadtgebiet zahlreiche Kleingartenkolonien, die das Bild als „Grüne Stadt am Meer“ verstärken.

Quelle: wikipedia.de

Bildergalerie Stadt Wilhelmshaven

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